Steigende Nachfrage der Bauindustrie belebt Investitionen / Projekte erfordern Import von Technik

Jakarta (bfai) – Neue Investitionen stehen in Indonesiens Zementindustrie an; mehrere Projekte warten auf Realisierung. Die nach Angaben des Branchenverbandes ASI jährlich um etwa 7% steigende Zementnachfrage macht einen Kapazitätsausbau erforderlich. Allein im 1. Halbjahr 2008 verzeichnete der Verbrauch zum gleichen Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von 21,2% auf 18,9 Mio. t. Wegen der günstigen Baukonjunktur dürfte der Bedarf in den nächsten Jahren weiter zunehmen. (Kontaktanschriften)

Die günstigen Aussichten für den indonesischen Zementmarkt initiieren trotz steigender Energie- und Rohmaterialkosten einen Ausbau der Produktionskapazitäten. Die Projektionen des Verbandes Indonesia Cement Association (ASI) sagen voraus, dass der Verbrauch in den kommenden Jahren im Durchschnitt um 7,0% expandieren wird. In den letzten sechs Jahren betrug der durchschnittliche Anstieg 4,9%. Die Belebung der Investitionen in der Zementbranche dürfte neuen Bedarf an technischen Anlagen und Ausrüstungen nach sich ziehen.

Die in der ersten Jahreshälfte 2008 deutlich beschleunigte Zementnachfrage mit einem Mengenzuwachs von 21,2% wird nach allgemeiner Einschätzung in Branchenkreisen auch solche Vorhaben wieder auf die Tagesordnung bringen, die in den letzten Jahren aus finanziellen, technischen und anderen Gründen zunächst verschoben werden mussten. Die gute Baukonjunktur stimmt die Hersteller zuversichtlich. Zahlreiche Projekte zur Errichtung von neuen Wohngebäuden, Geschäftszentren, Bürohäusern und der immense Nachholbedarf in sämtlichen Bereichen der öffentlichen Infrastruktur sollen die Zementnachfrage weiter steigen lassen. Obwohl der Zementverbrauch des Landes zu den höchsten in Südostasien zählt, ist der Pro-Kopf-Verbrauch immer noch einer der niedrigsten weltweit.

Der unter Berücksichtigung seiner Tochtergesellschaften größte Hersteller des Landes, die staatlich dominierte PT Semen Gresik Group (SGG), plant bis 2012 den Bau von zwei neuen Zementwerken, womit die jährliche Produktionskapazität des Unternehmens um 5,0 Mio. t erhöht werden soll. Die Kapazitäten der Gruppe betrugen Ende 2007 insgesamt 18,0 Mio. t. Davon entfielen knapp 8,7 Mio. t auf das Unternehmen PT Semen Gresik in Ostjava, weitere 5,9 Mio. t auf die Tochterfirma PT Semen Padang in Westsumatra und 3,5 Mio. t auf PT Semen Tonasa in Südsulawesi. PT Semen Padang ist auch im Exportgeschäft erfolgreich tätig. Das Unternehmen exportierte 2007 knapp 1,6 Mio. t Zement (53% der gesamten Ausfuhren).

Wie SGG-Präsident Dwi Soetjipto in Jakarta erklärte, sollen in den Bau der zwei Zementfabriken mit einer Jahreskapazität von je 2,5 Mio. t und der geplanten zehn Kohlekraftanlagen insgesamt 1.240 Mio. US$ investiert werden. Von dieser Gesamtsumme betreffen 670 Mio. $ den Bau der Zementwerke und 570 Mio. $ die Kraftwerke. Die Bauarbeiten für das neue Zementwerk in Zentraljava sollen nach den Worten von Soetjipto 2009 beginnen, nachdem bis Ende 2008 alle notwendigen Genehmigungen eingeholt und die Frage des Landerwerbs abgeschlossen sind. Die Inbetriebnahme ist für 2012 vorgesehen.

Die zweite geplante Zementfabrik der SGG wird in Sulawesi auf dem Gebiet des existierenden Werkes entstehen und voraussichtlich 2011 die Produktion aufnehmen. Die insgesamt zehn Kraftwerksanlagen werden an fünf Standorten entstehen. In Tuban (Ostjava) sollen zwei Kraftwerke mit je 65 MW, in Indarung (Westsumatra) drei Einheiten mit je 35 MW und in Biringere Pangkep (Südsulawesi) eine Einheit mit 35 MW Leistung errichtet werden. Außerdem sind vier weitere Kraftwerke mit einer Leistung von je 35 MW vorgesehen.

Mehrere andere Projekte befinden sich in der Phase der Prüfung. Die Firma PT Semen Gombong will in Zentraljava eine Produktionsanlage mit einer Jahreskapazität von 1,9 Mio. t errichten. Die Investitionssumme wird auf rund 300 Mio. $ veranschlagt. Die ägyptische Gesellschaft Orascom Construction Industry beabsichtigt, den Bau eines Werkes (Jahreskapazität 2,5 Mio. t). Die Standortfrage ist hier offenbar noch nicht geklärt. Dem Vernehmen nach will Orascom 3 Bill. Indonesische Rupiah (circa 225 Mio. Euro; 1 Euro = 13.300 Rp) investieren. Unter den bereits am Markt operierenden Firmen plant PT Holcim Indonesia in Tuban ein neues Zementwerk mit einer Jahreskapazität von 1,5 Mio. t.

Die indonesische Zementproduktion erreichte 2007 (2006) eine Höhe von rund 35,0 (33,0) Mio. t, von denen 2,9 (2,2) Mio. t exportiert wurden. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung erhöhte sich auf 75,3 (71,7)%. Die Produktion im 1. Halbjahr 2008 wird mit 21,2 Mio. t beziffert. Die Zementerzeugung erfolgt durch fünf staatlich dominierte und vier private Unternehmen, wobei drei der staatlichen Firmen unter dem Dach der erwähnten SGG arbeiten.

Private Firmen vereinen etwa 60% der Produktion auf sich. Unter ihnen ist die 1985 gegründete PT Indocement Tunggal Prakarsa größter Produzent mit etwa einem Drittel der Zementkapazitäten des Landes von derzeit 46,6 Mio. t pro Jahr. Das Unternehmen will unter anderem durch Rationalisierungsmaßnahmen die Kapazität von 15,7 Mio. t in den kommenden vier Jahren bis auf etwa 22,0 Mio. jato erhöhen. Die deutsche HeidelbergCement erwarb 2001 eine Mehrheitsbeteiligung an Indocement. Außer Zement stellt Indocement Transportbeton und seit Mitte 2007 auch Zuschlagstoffe her. Gegenwärtig betreibt das Unternehmen drei Zementwerke, davon zwei auf der Insel Java und eines auf Kalimantan. Mit neun Ofenlinien ist das Werk Citeureup auf Westjava das größte des HeidelbergCement-Konzerns. Abgesehen von verschiedenen Sorten von Grau- und Bohrlochzement stellt Indocement als einziges indonesisches Unternehmen auch Weißzement her.

Zweitgrößter Hersteller ist die PT Holcim Indonesia mit einem Anteil an den Gesamtkapazitäten von 21% im Jahr 2007. Hier werden 77,3% der Kapitalanteile von der schweizerischen Holcim-Gruppe gehalten. Als drittgrößter Hersteller beträgt der Anteil von PT Semen Gresik (ohne Tochterfirmen) an den gesamten Kapazitäten 19%.

Nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens PT Capricorn Indonesia Consult wird sich Indonesiens Zementverbrauch von 34,2 Mio. t im Jahr 2007 auf 40,5 Mio. t bis 2011 erhöhen. Mehr als die Hälfte des Gesamtkonsums entfällt auf die Provinz Java. Hier wird der Verbrauch im genannten Zeitvergleich laut Projektion von 19,7 Mio. auf 22,7 Mio. t zunehmen. Die gesamten inländischen Kapazitäten sollen von rund 46,5 Mio. t 2007 auf knapp 52,0 Mio. t (davon 36,3 Mio. t in Java) im Jahr 2011 steigen. In diese Projektion sind die in der Prüfung befindlichen Investitionsprojekte nicht einbezogen.

Entwicklung des Zementverbrauchs *) (in 1.000 t)

Region 2008 2009 2010 2011
Sumatra 7.914 8.462 8987 9586
Java 20.514 21.187 21.887 22.709
Kalimantan 2.224 2.471 2.744 3.048
Sulawesi 2.120 2.225 2.340 2.455
Nusatenggara und Bali 1.650 1.731 1.816 1.906
Maluku und Irian 676 719 764 813
Insgesamt 35.098 36.795 38.538 40.517

*) ProjektionenQuelle: PT Capricorn Indonesia Consult Inc., Jakarta

Kontaktanschriften:

Indonesia Cement Association (Asosiasi Semen Indonesia – ASI)

Graha Imana Building 11th Floor, Suite 11G

Jalan H. R. Rasuna Said, Block X-1 Kav. 1-2

Jakarta Selatan 12950, Indonesien

Tel.: 006221/526 11 74-75; Fax: -76

E-Mail: Internet: www.asi.or.id

PT Indocement Tunggal Prakarsa Tbk.

Wisma Indocement, 8th Floor

Jalan Jendral Sudirman Kav. 70-71

Jakarta 12910, Indonesien

Tel.: 006221/251 21 21, -252 21 21; Fax: -251 00 66

E-Mail: www.indocement.co.id

(N.B.)

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